Konzept

 

 

 

 

 

 

 

"Ich kann also, genau gesprochen, nicht sagen, daß ich einen
Körper habe, aber die geheimnisvolle Verbindung, die mich mit meinem
Körper eint, ist die Wurzel aller meiner Möglichkeiten. Je mehr ich mein
Körper bin, desto mehr an Wirklichkeit wird mir verfügbar, existieren
die Dinge doch nur, sofern sie mit meinem Körper in Kontakt stehen, von
ihm wahrgenommen werden." Gabriel Marcel ( 1953)

 


Auf der Grundlage eines tiefenpsychologischen Verständnisses sehe ich Körper-erleben und Körperlichkeit als von der eigenen Lebensgeschichte und damit vor allem von menschlichen Beziehungserfahrungen geprägt. Beginnend bei den ersten Beziehungserfahrungen des Ungeborenen bzw. Säuglings über alle Entwicklungsstufen des Kindes bis ins Erwachsenenalter hinein sind diese Erfahrungen auch Teil des körperlich-vegetativen Gedächtnis eines Menschen. Diese Erfahrungen sind weitgehend unbewusst und können beispielsweise als Körperhaltung und –sprache, als typische Mimik und Gestik oder aber auch als Bereitschaft körperlichen Reagierens sichtbar werden.
In der Beschäftigung mit dem Körper können diese früheren Erfahrungsebenen angesprochen werden und sich im aktuellen Fühlen und Handeln ausdrücken und bewusst werden. Das zeigt sich symptomatisch auf psychischer und körperlicher Ebene, wobei manchmal die körperlichen, manchmal eher die psychischen Phänomene im Vordergrund stehen können. Folgende bekannte psychosomatische Redensarten zeigen sehr plastisch die Verbindung zwischen Gefühl, situativer Bedingung und Art und Weise körperlichen Reagierens : Mir bleibt die Luft weg; meiner Wut Luft machen; ich habe die Nase voll; ich nehme mir das zu Herzen; ich habe Schiss davor; das hängt mir zum Hals raus; das kann ich nicht verdauen, ich beiße die Zähne zusammen, ich halse mir zuviel auf usw. Die Redewendungen lassen das mögliche Verständnis für das Zusammenwirken körperlicher und seelischer Prozesse erkennen.
Die Erkenntnis, dass psychogene Störungen vor allem auf Störungen in den Beziehungen zu wichtigen Personen bzw. frühen Kindheitserfahrungen zurückzuführen sind, gibt der sich entwickelnden Beziehung zwischen Therapeutin und Klientin eine große therapeutische und diagnostische Bedeutung. Das Bewusstwerden und Wiedererleben schmerz- und konflikthafter Erfahrungen der Kindheit kann eingebettet in eine positiv erlebte Beziehung zu anderen Antworten und Reifungsschritten führen. Im heilsamen Raum einer als fördernd und verlässlich erlebten therapeutischen Beziehung kann das bislang Unbewusste auftauchen, dem Bewusstsein zugänglicher werden und sich in der Durcharbeitung neu organisieren.
Ich arbeite auf der Grundlage eines aus der Humanistischen Psychologie kommenden Menschenbildes. Ich gehe dabei davon aus, dass jeder Mensch den Wunsch und die Fähigkeit hat, sich zu mehr Gesundheit zu entwickeln, zu reifen, sich zu beziehen und sich zu verwirklichen. Mein therapeutischer Fokus orientiert sich dabei an dem, was dem anderen hilft, sich körperlich, psychisch und sozial besser zu regulieren, sich mehr anzunehmen und wertzuschätzen und den Kontakt mit der eigenen Lebenskraft zu finden und stabilisieren. Dass es dabei nicht nur um Beseitigung von <Störungen> geht, um Wiederherstellen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit, um bessere Integration in ein soziales Umfeld, sondern oft auch um existenzielle menschliche Fragen und spirituelle Bedürfnisse, ist mir ein wichtiges Anliegen.